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Medikamente

Viele verabreichte Medikamente führen zu toxischen Veränderungen des Nagelgewebes, zu Veränderungen der Nagelstruktur und -farbe. Die Nagelverände-rungen sind vielseitig je nachdem welcher Bereich des Nagels (Nagelmatrix, Nagelbett oder periunguales Gewebe) betroffen ist.

Arzneimittelbedingte Nagelveränderungen zeigen sich entweder immer an meh-rere oder ab allen Nägeln, sie erscheinen Zeitversetzt mit der Arzneimittelein-nahme und verschwinden nach Absetzten des Medikaments, dieser Zustand kann bis zu 3 bis 5 Monaten anhalten. Die am häufigsten durch Arzneimittel bekannten Nagelverände-rungen sind vielfältig, von einfachen Querrillen, bis in verschiedene Verfärbungen sowie Strukturveränderungen.

 

Antikoagulantien (Blutverdünner):

Subunguale Hämorrhagien, Rotfärbungen, Querfurchen und -kerben, brüchige Nägel Bei Einnahme in der Schwangerschaft: Störung der embryonalen Nagelent-wicklung, hypoplastische Nägel und Anonychie beim Neugeborenen (insbesondere durch Warfarin)

  

Antikonvulsiva (krampflösend):

Nagelhyperpigmentierungen, Onycholyse, Onychomadese Bei Einnahme in der Schwangerschaft: Nagelhypoplasien bei Neugeborenen (insbesondere durch Car-bamazepin, Hydrantoin, Valproinsäure)

 

Antimalariamittel:

Blau-braune Hyperpigmentierung des Nagelbetts durch Ablagerung in der Der-mis, diffuse Pigmentierungen, transverse hyperpigmentierte Bänder (oft deutlich verzögertes Abklingen nach Absetzen des Medikaments) auch Dauerschädigungen wurden beobachtet.

  

Betablocker:

Ischämisch bedingte Veränderungen, Nekrosen Onycholysen, Querfurchen und -kerben, diffuse Pigmentierung, subunguale Hyperkeratosen. (Röhren oder Zan-gennägel).

Clofazimine:

Haben zwar keine Zulassung in Deutschland. (Lepra) dunkelbraune Hyperpig-mentierung durch Ablagerung des Medikaments in der Nagelplatte, subunguale Hyperkeratosen, Melanonychien.

 

Immunsuppressiva (Psoriasis und andere Hauterkrankungen):

Verzögertes Nagelwachstum, transverse Leukonychie (Cyclosporin A), Rotfär-bung (Azathioprin), Wachstumsverlangsamung, Onychorrhexis, Leukonychie, Onycholyse, subunguale Splitterblutungen, periunguale Veränderungen, Gra-nuloma pypgenicum (Sirolimus)

 

Psoralene (bei allergischen Reaktionen):

Photoonycholyse, longitudinale Melanonychie

 

Psychopharmaka (Beruhigungsmittel):

Gelbe Verfärbung der distalén Nagelplatte, transverse braun-schwarze pigmen-tierte Streifen, Onychomadese, verzögertes Nagelwachstum (Lithium), subun-guale Hyperkeratosen (Venlafaxine)

 

Retinoide (´bei entzündlichen Hautveränderungen):

Nagelverdünnung, brüchige Nägel, Onychorrhexis, Onycholyse, transverse Leu-konychie, Beau-Linien, Onychomadese, Granulationsgewebe am proximalen und lateralen Nagelfalz, Paronychie.

 

Tetrazykline (ist ein Breitbandantibiotikum):

Gelbfärbung der Nagelplatte, Onycholyse, Photo-Onycholyse (besonders unter Doxycyclin), grau-blaue Pigmentierung des proximalen Nagelbetts (Monocyclin)

 

Virustatika:

Paronychien, Pseudo-Granuloma pyogenicum (Indinavir, Azidothymidine), trans-verse, longitudinale und diffuse Melanonychien.

 

Zytostatika (Zellwachstumshemmer):

Beau-Linien, Onychomadese, longitudinale, transverse und totale Melanonychie (durch Bleomycin, Daunorubicin, Doxorubicin, Hydroxycarbamid, Methotrexat) Brüchige Nägel, schmerzhafte Onycholyse, subunguale Abszesse, subunguale Hämorrhagien, Paronychie und periunguales Granulationsgewebe, transverse Leukonychie.

 

Nagelveränderungen haben (fast) immer Auswirkung auf die Modellage, seien es durch Liftings oder Komplettablösungen.